Und der Mann steht früh auf, kurz bevor die Sonne aufgeht, damit er den Tag vom Anfang an voll genießen kann. Er macht die Augen auf, gähnt während seine Rücken sich von der Matraze verabschieden, sitzt am Rand des Bettes für eine halbe Minute und guckt auf den dunkleren Boden. Dann atmet er neue Luft ein, startet den Motor und auf geht's ins Badezimmer.
Ein bisschen Wasser ans Gesicht und er ist fast ganz wach. Es fehlt nur noch das Frühstück, wobei er sich schon Müde gibt, denn ein gesundes und kräftiges Frühstück gibt man genug Kraft für einen halben Tag Arbeit. Den Rest der Kraft kommt nachher, von weiterer Ernährung.
Der Mann besucht dann seine Tieren im Stall, füttert sie und besorgt dafür, dass alle gesund und kräftig werden. Ihm ist es besonders wichtig, dass der Lamm in vollkommene Gesundheit ist und dazu gut gepflegt wird.
Langsam wachen auch seine Diener auf und fangen schon ihre Dienste an. Jeden Tag dieselbe Routine.
Nachmittags, dann, nachdem er viel gearbeitet hat, setzt sich der Mann auf einem Stuhl im Balkon und guckt den Horizont und erwartet, dass es heute ein anderes Bild zeigt. Er sitzt einfach da für so lang, bis die Sonne wieder weiterfliegt zum anderen Ende der Welt. Der Mann überlegt sich kurz, was er zum Abendessen haben will. Keinen Lamm, keinen Wein. Einfach Brot und Wasser. Morgen isst er vielleicht etwas anders.
Sein ältester Sohn kommt vorbei, vom Stall kommend, und versteht nicht, was da so interessant im Horizont gibt, dass sein Vater jeden Tag wieder ihn stundenlang gucken will. Er kommt rein, zieht die Arbeitsstiefel aus, sieht das Kleid an, das sein Vater machen liess, als sein Bruder wegging, und geht hoch in sein Zimmer.
Der Mann steht auf, um sich auf den Weg hinein zu machen, guckt aber vorher ein letztes Mal zum Horizont. Die Sonne ist schon hinter ihm verborgen und man sieht nur einige Sonnenstrahlen und ein Paar Bäumeprofile, aber nichts mehr. Dann fängt ein kleines Baum, sich zu bewegen. Es bewegt sich ein bisschen und fällt schon runter. Dann steht es nochmal kurz auf, läuft ein bisschen und fällt auf den Boden. Dann erhebt das Baum ihr Arm, und der Mann erkennt, dass es um kein Baum geht. Er läuft die Treppen runter und fängt an zu rennen.
Seine Muskeln ignorieren die Tatsache, dass sie den ganzen Tag schon gebraucht wurden und geben ihn die Kraft eines Pferds, zu rennen. Er kann das Gesicht des Junges nicht sehen, aber er kennt seinen Sohn gut. Unterwegs singt er und schreit Jubbellieder. Er kommt endlich zu ihm, hilft ihm hoch, sieht ihn in die trockne Augen, die anscheinend schon viel geweint haben und umarmt ihn väterlich. Der Sohn entschuldigt sich, demütigt, und weißt, dass er seinem Vater nicht würdig ist. Der Vater hört sich alles an und ruft seine Knechte: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet ein der Lamm her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein!
Der Bruder beklagt sich, aber der Vater weißt, dass der Sohn jetzt seine Liebe, sein Reichtum und seine Familie ehren wird mit seinem Leben. "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden."
Lass uns weitere Versöhnungsgeschichte erleben und erzählen. Gott ist gut allezeit.


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